Ein klein wenig tragisch ist die Geschichte ja schon. „Wild“, ein Folk-Poptrio aus Los Angeles, hat mit „Lace & Layers“ eine EP vorgelegt, die noch nicht mal schlecht wäre. Soll heißen: Sechs Songs, die im positiven Sinn radiotauglich daherkommen, durchaus Gefühl transportieren und gar nicht schlecht geschrieben sind. Die Produktion ist aber derart überladen, dass der Sound mumpfig daherkommt, zudem haben sich die Produzenten an den Liedern vergangen. Sie schütteten sie zu mit inflationär stadionhymnischen Woah-Mitplärr- Passagen und zerstörten jede aufkommende Dynamik mit viel zu vielen geschichteten Spuren. Es keimt der Verdacht, dass hier keine Musiker, sondern Jingle-Produzenten am Werk waren – was Nintendo wohl auch bemerkte und „Here we go“ für Werbezwecke einkaufte. Natürlich wird Potenzial im Pop-Geschäft beinahe täglich aus Marketing-Gesichtspunkten zerstört; das hier hätte aber mehr werden können. cu