Es lebe die Pubertät

von Redaktion

Bonez MC und RAF Camora in der Olympiahalle

Wie in den allerersten Ferien. Im Paradies. Im Urlaub unter Palmen. In der ausverkauften Münchner Olympiahalle betonen die beiden Rapper Bonez MC und RAF Camora immer wieder, dass sie vor zwei, drei Jahren noch vor viel, viel, viel weniger Publikum gespielt haben. Und dass am Anfang, als sie 2016 ihr erstes Album „Palmen aus Plastik“ veröffentlichten, keiner an sie geglaubt habe. Dancehall, Hip-Hop, Reggae-Rhythmen und Deutsch-Rap zu vermischen, ist fürwahr ungewöhnlich.

Aber es funktioniert – schon beim zweiten Song („500 PS“) hüpfen und tanzen und singen alle mit. Und weil’s gar so schön ist, bringen sie die Nummer zum Schluss als Zugabe gleich noch einmal.

Dazwischen treiben die Beats das hauptsächlich junge Publikum durch den Abend. Verschnaufpause? Keine Chance. Es lebe die Pubertät! Nach einer halben Stunde entern alle weiteren Mitglieder (Maxwell, Gzuz, LX und Sa4) der Hamburger HipHop-Band 187 Strassenbande die Bühne, es gibt den Song „Kokain“ und sowieso kein Halten mehr.

Wenn Bonez MC, RAF Camora und der Rest der Gang einen auf dicke Jogginghose machen, von Frauen, schnellen Autos, Koks & Co. sprechsingen und ihre Goldketten oder -zähne, dann ist das Proll-Party unter Palmen vom Feinsten. Inklusive Stagediving mit Luftmatratze. Auch wenn Karl Lagerfeld selig meinte „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“: Bonez MC, RAF Camora und der Rest der 187 Strassenbande tragen das Kleidungsstück, gerne auch tiefergelegt. Lebenskontrolle verloren? Ist ja auch egal. Es gibt Vollgas bis zum Schluss, mit 500 PS. ARMIN RÖSL

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