Bislang waren die EPs und Alben von Lily & Madeleine Jurkiewicz zwischen Indie-Pop und Indie-Folk anzusiedeln. Für „Canterbury Girls“ jedoch darf man noch eine Schublade aufziehen: Easy Listening trifft es vermutlich ganz gut – und das ist nicht abwertend gemeint. Abgesehen davon, dass jeder Song auch vollkommen reduziert mit Akustikgitarre und Klavier funktionieren würde, tritt der organische Anstrich des typischen „Lily & Madeleine“-Sounds in den Hintergrund und macht allerlei elektronischem Geflirre, Drumcomputern, Kammerpop-Arrangements, Streichern und Synthie-Wolken Platz. Die Produktion gibt der Sache viel Raum und unbestimmten Achtzigerjahre-Flair. Bei allem Verständnis für die Experimentierfreude der US-Folkpop-Stars: So viel Budenzauber hätten ihre Folk-Pop-Perlen, weiterhin positiv im Gesamtklang und doch von einer zartbitteren Note verfeinert, gar nicht nötig. cu