Eine Inszenierung für jedes Jahr: Am Münchner Volkstheater startet am 27. April die 15. Auflage des Regie-Festivals „Radikal jung“ – dazu haben die drei Kuratoren, die Kritiker Christine Wahl und C. Bernd Sucher sowie Volkstheater-Chefdramaturg Kilian Engels, 15 Produktionen junger Theatermacher eingeladen. Lob für die Arbeit der Juroren gab es bei der Programmpräsentation von Hans-Georg Küppers: „Dass eine Jury es schafft, den Wandel des Theaters so präzise und aktuell abzubilden, ist eine außerordentliche Leistung.“ Christian Stückl, Intendant des Volkstheaters, dankte Münchens scheidendem Kulturreferenten: „Ohne deine Mithilfe wäre das Festival nicht an dem Punkt, an dem es heute ist.“
Größer, internationaler, diverser sei „Radikal jung“ über die Zeit geworden, wie Festivalleiter Engels stolz berichtet. Im vergangenen Jahr lag die Auslastung bei 94,9 Prozent – das waren über 5500 Zuschauer in 21 Vorstellungen. Mehr ist bei den beengten Platzverhältnissen an der Brienner Straße auch kaum möglich. Ab 2022, beim ersten Festival im neuen Volkstheater am Viehhof, werde sich das ändern, verspricht Engels.
Auch heuer verlässt „Radikal jung“ das Volkstheater – nicht zuletzt, weil mit „Yung Faust“ (Regie: Leonie Böhm) und „Der Mieter“ (Regie: Blanka Rádóczy) je eine aktuelle Arbeit der Kammerspiele und des Residenztheaters eingeladen ist. Zudem gastiert die freie Truppe The Agency mit dem Abend „Medusa Bionic Rise“, der zusammen mit den Treibstoff Theatertagen Basel entstanden ist, in einem ehemaligen Gewerbehof an der Zschokkestraße 36 in Laim.
Von 27. April an sind beim Festival Arbeiten von 14 Regisseurinnen und fünf Regisseuren zu sehen. Zum ersten Mal gastiert eine New Yorker Inszenierung in München: „[50/50] old school animation“ sei eine „täuschend einfache Beichte, die sich in eine nervenaufreibende Reflexion über Weiblichkeit, Frauenfeindlichkeit und unsere Fähigkeit zur Grausamkeit“ verwandele, heißt es im Programm. Auftakt und Ende von „Radikal jung“ werden indes von Komödien bestritten: Zum Start ist das Theater am Neumarkt aus Zürich zu Gast; Nora Abdel-Maksoud inszenierte dort die Uraufführung ihres Stücks „Café Populaire“. Das Finale gestaltet das Landestheater Niederösterreich aus St. Pölten mit Philipp Moschitz’ Inszenierung von Eugène Labiches „Um die Wette“.
Weitere Informationen
gibt es online unter www.muenchner- volkstheater.de.