Zauberwelt

von Redaktion

Zaz begeisterte im Münchner Zenith

VON KATHRIN BRACK

Wer an einen beschwingten Spaziergang durch die Straßen von Paris denkt, müsste dabei Zaz im Ohr haben. Ihre Chansons laden förmlich dazu ein, die Champs-Élysées voller Leichtigkeit entlang zu tänzeln. Leichtigkeit versprüht die Sängerin Isabelle Geffroy alias Zaz en masse: Als die quirlige Französin die Bühne trippelnd und tänzelnd betritt, wird München für zwei Stunden zu Paris, und das zum Bersten volle Zenith ein Tanzcafé.

Die bekannteste Vertreterin des Nouvelle Chanson erweist sich als farbenfrohe Wundertüte. Die neben einer hochklassigen Band auch abseitige Instrumente wie das Theremin, einen psychedelisch heulenden Science-Fiction-Synthesizer, oder ein Xylofon mitgebracht hat.

Zaz spaziert voller Energie und stets umjubelt von einem Genre zum nächsten. Da stehen harter Rock und zarte Pop-Balladen nebeneinander, da fügen sich Licht und Bühnenbild mit der zarten 38-Jährigen im gemusterten Kleid zu einem Bild, das ihrer unverkennbar kratzigen und charmanten Stimme den passenden Rahmen verleiht. Am beeindruckendsten ist der Besuch in Zaz’ Zauberwelt aber dann, wenn sie die Chansonnière gibt. Wenn sie haucht, juchzt, schnoddert. Wenn sie Ausflüge in die Welt des Swing und des Jazz unternimmt. Da zeigt sich, was für eine großartige Musikerin sie ist.

Zaz hat Charme und Energie für die ganze Halle, in der so mancher Besucher spontan sein Schulfranzösisch wiederentdeckt und einstimmt, als sie gegen Ende mit „Je veux“ ihr bekanntestes Lied singt. Das ist stimmig, das changiert zwischen Lebensfreude und Melancholie – und das macht Lust, direkt in das nächste Flugzeug nach Paris zu steigen.

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