Während andere längst die Hände in den Schoß legen, denkt Robin Trower nicht ans Aufhören. Das komme nicht infrage, gibt der 73-Jährige zu Protokoll. Der Albumtitel beziehungsweise der Titelsong „Coming closer to the Day“ zeugen durchaus davon, dass sich der Ex-Procol-Harum-Gitarrist seines Alters bewusst ist – was ihn allerdings zu einem neuen Höhenflug animiert. „Das Leben ist kurz und die Zeit wertvoll!“, sagt er trotzig und legt ein kraftvolles, erdiges und durch und durch der Tradition verpflichtetes Bluesrock-Album vor, auf dem er alle Instrumente mit Ausnahme des Schlagzeugs selber eingespielt hat. Dass er in den USA die meisten Fans hat, mag daran liegen, dass Trowers Bluesrock viel weniger nach British Invasion als dem amerikanischen Nordosten klingt: zwölf hochklassige, warm produzierte Songs, die seinen Vorbildern B.B. King, Albert King und Jimi Hendrix Tribut zollen, aber durchaus einen eigenen Ton haben. cu