Den Freundeskreis und das Künstlernetzwerk von Paul Klee (1879-1940) beleuchtet eine Sonderausstellung des Berner Kunstmuseums und des Zentrums Paul Klee. Bis 1. September sind in der Schweizer Hauptstadt rund 150 Arbeiten Klees sowie 80 seiner künstlerischen Weggefährten und Impulsgeber – darunter Wassily Kandinsky, Franz Marc, Gabriele Münter oder Alexej von Jawlensky – zu sehen.
Für Paul Klee sei entscheidend gewesen, sich mit anderen Künstlern auseinanderzusetzen, so die Kuratoren der neuen Ausstellung. Die stilistische Bandbreite reicht vom Expressionismus und Surrealismus bis zu Kubismus und Konkreter Kunst. Klees Kontakte zum „Blauen Reiter“ in München greift die Ausstellung ebenso auf wie seine Zeit am Bauhaus in Dessau oder sein von Krankheit geprägtes Spätwerk. Zu sehen sind auch einige der wenigen von Paul Klee gefertigten Statuen.
Klee ist einer der bekanntesten Künstler der Klassischen Moderne, seine Zeichnungen und Gemälde genießen bis heute große Popularität. Geboren im Kanton Bern ging Klee für ein Grafikstudium nach München. Als Sohn eines deutschen Vaters wurde er im Ersten Weltkrieg in die bayerische Armee einberufen, war aber nie an der Front, sondern bis Kriegsende in der Militärverwaltung eingesetzt. 1920 wurde er an die Kunstschule Bauhaus in Weimar berufen.
Nach Stationen in Dessau und mehreren Reisen übernahm Paul Klee 1931 eine Kunstprofessur in Düsseldorf, die er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten aufgeben musste. Er emigrierte zurück in die Schweiz. Die Nationalsozialisten erklärten seine Kunst für „entartet“. Bern und Zürich jedoch würdigten Paul Klee noch zu Lebzeiten mit großen Einzelausstellungen. Ab 1935 litt Klee an den Folgen einer Autoimmunerkrankung, die ihn beim Zeichnen und Malen stark einschränkte. In seinen letzten Lebensjahren schuf er aber noch einmal eine Vielzahl von Werken. Darin setzte er sich mit Leid, Krankheit und Sterben auseinander.
Klee starb am 29. Juni 1940 während eines Kuraufenthalts im Tessin. Er hinterließ ein umfangreiches Werk mit hunderten Gemälden und tausenden Arbeiten auf Papier. Sein Nachlass liegt vor allem im 2005 eröffneten Zentrum Paul Klee in Bern.
Bis 1. September
„Klee and Friends – Kandinsky, Arp, Picasso…“, Zentrum Paul Klee, Monument im Fruchtland 3, 3006 Bern. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 20 Schweizer Franken, Kinder bis 6 Jahre erhalten kostenfreien Zugang. Weitere Infos unter www.zpk.org.