Ehre ist tödlich: Zu Beginn der Edo-Zeit waren viele Samurai herren- und erwerbslos. Manche zogen umher, baten Lokalfürsten um einen Ort für ehrenvollen Selbstmord – in Wahrheit nur auf Almosen hoffend. In „Harakiri“ (1962) hat ein solcher Fürst die Bettelei satt. Und zwingt einen Ankömmling, das angebliche Vorhaben wirklich durchzuziehen. Masaki Kobayashis Klassiker ist der großartigste Samurai-Film. Mit erschütternder Wucht, strengem Stil entfaltet er eine nihilistische Tragödie und Rachegeschichte, in welcher der Ehrenkodex nur ein zynisches, heuchlerisches Instrument der Mächtigen ist. Das Filmmuseum zeigt dazu diesen Donnerstag um 19 Uhr im Kontrast-Doppelprogramm Yukio Mishimas „Yukoku – Patriotism“ (1966). Eine theatralisch-nationalistische Überhöhung des rituellen Suizids. Und schwülstige Vorstudie für Mishimas Selbstentleibung. wil
Hervorragend (((((