Humor und Herz

von Redaktion

Da Huawa, da Meier und I im Schlachthof

VON RUDOLF OGIERMANN

Wenn Derbes nicht derb klingt und Politisches nicht agitatorisch, dann liegt’s am Dialekt. Faszinierend, wie sicher sich eine bayerische Band in allen Bereichen bewegen kann, ohne ihr Publikum vor den Kopf zu stoßen. Wer die Botschaft hören will, der hört sie. Da Huawa, da Meier und I sind wieder auf Tour, mit ihrem neuen Programm „Agrat“ feierten sie am Dienstagabend im Wirtshaus im Schlachthof ihre bejubelte München-Premiere.

Natürlich wird die Mundart selbst thematisiert, arbeiten Christian Maier, Matthias Meier und Neuzugang Sepp Haslinger zum Aufwärmen augenzwinkernd die Unterschiede zwischen Niederbayern und der Oberpfalz heraus. Überhaupt geht’s im ersten Teil um den Alltag, um familiäre Zwänge („Rosenkohl“) und Jugenderinnerungen („Da erste Rausch“), endgültig nostalgisch wird’s in der Nummer über das hochmoderne Klohäusl, dessen Benutzer sich nicht mehr zurechtfindet.

Dass das Trio hochmusikalisch ist, dass jeder jedes Instrument spielen zu können scheint, wissen die Fans längst. Maier, Meier und Haslinger sind aber auch begnadete Komödianten, die Texte und Musik originell illustrieren. Doch ein über die Bühne schwirrendes Rieseninsekt täuscht nicht darüber hinweg, dass der Song von der „Biene Meier“ eine knallharte Anklage ist gegen die Betonierung der Gärten.

Überhaupt wird’s nach der Pause bei allem Spaß ernster, emotionaler, besingen Da Huawa, da Meier und I das schöne, wilde, harte Leben, ohne zu tümeln, feiern die Heimat und weiten die Herzen, nicht nur durch ihren süffigen Sound, der keine(n) mehr stillsitzen lässt.

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