Pierre LemaÎtre beherrscht das Krimigenre genauso virtuos wie den großen Gesellschaftsroman. Zur zweiten Kategorie gehört „Die Farben des Feuers“, eine Fortsetzung seines Weltkriegsepos „Wir sehen uns dort oben“. Die Handlung setzt 1927 ein. Nach dem Tod von Marcel Péricourt sieht sich seine Tochter Madeleine an der Spitze des Bankimperiums. Das weckt Begehrlichkeiten, zumal die Frau in Gelddingen unerfahren ist. Geschwächt durch eine private Tragödie wird sie zum Opfer von Manipulationen. Doch als sie ganz unten ist, beginnt sie einen Rachefeldzug. „Die Farben des Feuers“ ist ein lesenswertes Gesellschaftsporträt Frankreichs in den Dreißigern und besticht durch seine außergewöhnliche Charakterzeichnung. Das Buch ist aber vor allem eine Hommage an starke Frauen. LemaÎtre liest am 8. April, 20 Uhr, im Münchner Literaturhaus; Karten: 089/ 29 19 34 27. sp