Es liest sich protestantisch-karg: barocke Solo-Lamenti und Geigen-Sonaten zur Fastenzeit. Doch es ist die Kunst von Joel Frederiksen mit seinem Ensemble Phoenix München, Programme aus staubigen Nischen der Musikhistorie mit Aha!-Wert selbst für Kenner zu kuratieren und daraus auf der Bühne lebendige Musik zu machen, die auch Laien im Herzen berührt. Sein warmer, schlank-profunder Bass gab den Klagegesängen etwa von J. C. Bach und Rosenmüller die rechte Mischung aus Künstlichkeit und Empfindung. Star des Konzerts im Bayerischen Nationalmuseum: Barockviolinistin Eva Saladin, die bei Bibers Rosenkranz-Sonaten die höchste Stufe der Virtuosität erreichte – scheinbare Schlichtheit. Noch aus dornigstem technischen Dickicht stieg melodiöses Singen auf. Klage-Musik, die einen frohlocken ließ! wil