Vielleicht sollte man das alles ganz anders angehen. „Werk ohne Autor“ in den DVD-Player legen und dabei nicht an Gerhard Richter denken. Ja, Florian Henckel von Donnersmarcks dreistündiger Filmflug durch die deutsche Geschichte ist angelehnt an das Leben des Künstlers. Und ja, der hat sich entschieden gegen das Ergebnis gewandt. Und natürlich ist es immer nur ein Anreißen, wenn man sich einen weiten Zeitraum so bewegter deutsch(-deutsch)er Geschichte vornimmt. Doch jetzt kommt das Aber: Viele Male davon gelesen, es schauspielerisch vor Augen geführt bekommen, doch wie etwa die Grausamkeit der Gaskammern dargestellt wird, führt in nur einer Szene die ganze Widerwärtigkeit des NS-Vernichtungsapparats zutiefst bewegend vor Augen. Es geht hier nicht um Gerhard Richter. Es geht darum, was Menschen einander antun und wie sie mit dieser Schuld ein Leben lang weiterleben können. Leider keine DVD-Extras. kjk