Sie tanzt allein

von Redaktion

Robyn zu Gast in der Münchner Tonhalle

VON KATHRIN BRACK

Der Titel eines ihrer größten Hits ist Programm. Robyn, sexy silbernes Minikleid und gleichfarbige kniehohe Stiefel, nimmt „Dancing on my own“ wörtlich. Sie tanzt, als wäre das Konzert ihre Bewerbung für eine Rolle im nächsten Tanzfilm mit Channing Tatum. Nicht in der Ecke und auch nicht übersehen vom Mann ihrer Träume, nein, mitten auf der Bühne und unter antreibendem Jubel in der vollen Münchner Tonhalle. Mit beeindruckenden wie lasziven Mooves.

Es ist immer wieder still geworden um die androgyne Schwedin mit der glockenhellen Stimme, die schon als Teenie ein Star war. Gerade hat sie ein neues Album herausgebracht, „Honey“, eher sanfter Pop als treibende Dance-Knaller. Umso mehr überraschen die Live-Versionen: Robyn legt einen opulenten Elektro-Klangteppich über die silbrig-weiß gehaltene Szenerie, die daherkommt wie ein cooler Club auf Ibiza.

Stellenweise passt das, manchmal überdeckt es zu sehr die eingängigen Melodien. Der Hit „Be mine“ ist kaum zu erkennen, so wuchtig kommt das Arrangement daher. Die Songs fließen beinahe ineinander, doch weil die 39-Jährige gut bei Stimme und vor allem mit einer unglaublichen Kondition gesegnet ist, hat ihr Auftritt trotzdem genügend Kraft, um die Fans mitzureißen.

Die feiern ihre Heldin, die sich vom spacigen Roboterkleid in ein strenges Gouvernantenkostüm wirft, vor allem, wenn Robyn nach Robyn klingt. Und als sie „Dancing on my own“ anstimmt, bekommt der Abend auch noch eine Portion Magie ab: Ein Chor von 2000 Fans singt den Hit wie aus einer Kehle. Und Robyn tanzt dazu.

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