Aufregende Monate liegen hinter den Münchner Symphonikern. Galt es nach der notwendig gewordenen Trennung vom Veranstalter MünchenMusik doch, erstmals eine Saison im Alleingang zu stemmen. Der Dank von Intendantin Annette Josef für den Erfolg geht ans Team und ebenso an das Publikum, das die Neuausrichtung mit großem Interesse mitgetragen hat. „Die Zahl der Abonnenten hat die Erwartungen klar übertroffen. Aber wir merken schon, dass wir nun eine etwas andere Publikumsstruktur haben. Es gab einige, die damit Probleme hatten, aber eben auch sehr viele, die sich gerade für die neuen Ideen begeistert haben.“
Das bleibt hoffentlich auch in der kommenden Spielzeit so, für die man stolz die Rückkehr ins Prinzregententheater verkündet. 2019/20 wird es wieder drei Abo-Reihen geben, bei denen gerade in den Sonntagsmatineen „auch die Genusshörer einen Platz haben“. Alles in allem eine gesunde Mischung – wenn etwa Schumanns Vierte aufs Janáček-Violinkonzert trifft oder Liszt auf seinen viel zu wenig bekannten Zeitgenossen Kalliwoda. Erstaunen dürfte dagegen, dass ein Komponist des Symphoniker-Kernrepertoires ausgerechnet im Beethoven-Jahr relativ wenig präsent ist. Eine bewusste Entscheidung von Chefdirigent Kevin John Edusei (Foto: Barco Borggreve). „Natürlich könnte man da eine große Werkschau bieten. Vielleicht alle Sinfonien an einem Wochenende, die man am besten noch jonglierend auf dem Einrad dirigiert. Aber das machen ja schon die anderen.“ Weshalb er sich stattdessen auf Beethovens „Geschöpfe des Prometheus“ konzentriert, die mit Strauss‘ „Heldenleben“ in Dialog treten. Ähnlich kontrastreich sind die Programme der Gastdirigenten, unter anderen Dirk Kaftan oder Ed Spanjaard, neben denen man bei den Solisten einigen interessante neue Namen wie Liza Fertschmann und Lara Boschkor findet; aber auch die vertrauten Gesichter der Publikumslieblinge Maximilian Hornung, Herbert Schuch oder ARD-Preisträger Diyang Mei. TOBIAS HELL
Informationen:
www.muenchner-symphoniker.de