Die Wiener Symphoniker wissen, was sich gehört: Zugaben haben sie mitgebracht, etwa den „Frühlingsstimmenwalzer“, schmissig dirigiert von Lahav Shani. Das entschädigt für eine blasse dritte Symphonie von Brahms. Shani gibt sich als Ermöglicher, der bei karajanesken Gesten die Zügel sehr locker lässt. In guten Momenten schafft das eine fast kammermusikalische Atmosphäre des Aufeinanderhörens. In schlechten klappern Übergänge, sind die Stimmgruppen inhomogen, mag keine Stimmung aufkommen. Auch Mozarts d-Moll-Klavierkonzert KV 466 wirkt nicht gerade inspiriert. Kit Armstrong spielt dabei einen recht kühlen, distanziert wirkenden Solopart, der aber im zweiten Satz dank seiner Schlichtheit anrührt. Bemerkenswert ist, dass sich Shani „Les Préludes“ von Liszt annimmt, einer selten gespielten Tondichtung. Wohl auch, weil die Nazis sie für Siegesmeldungen missbrauchten. Shani führt klangfarbenreich die Qualitäten des Werks vor. MAXIMILIAN MAIER