Die Helden, die er spielte, waren nie strahlend. Die Antihelden nie unsympathisch. Paul Newman (Foto: Reuters) war ein Mann des Dazwischen: ein Method-Schauspieler des Neuen Hollywood, der dennoch für Hitchcock ebenso vor der Kamera stand wie für Katastrophenfilm-Schinken und den Fragen nach psychologischer Motivation nervten. Newman durchbrach die Stereotypen von Männlichkeit nie so radikal wie sein Schauspielschulkumpel Marlon Brando. Seine Virilität war nie bedrohlich. Er war ein Rebell, der wusste, was er tat, ein Trickbetrüger mit lauteren Absichten; privat Rennfahrer und Philanthrop. Auf der Leinwand oft als Cowboy zu sehen, als in den USA die nationalen Mythen bröckelten. Das Münchner Filmmuseum am St.-Jakobs-Platz widmet Newman ab heute bis Ende Juni eine Retrospektive: 27 Filme, zusätzlich noch Newmans eigene Regiearbeiten. THOMAS WILLMANN