Das hatte man damals so: Schon der Synthiepop-Song des Vorspanns verwundert bei einem der kontroversest diskutierten Filme der Achtziger. Dabei sollte „Extremities“ (nun restauriert auf Blu-ray) angesichts seiner Themen eigentlich wieder relevant sein: Eine Frau überwältigt bei einem Vergewaltigungsversuch ihren Peiniger – und erwägt Selbstjustiz, fürchtend, dass man ihrer Aussage nicht glaubt. Doch was Fernsehveteran Robert M. Young nach William Mastrosimones Theaterstück auf die Leinwand bringt, ist arg spekulativ, voyeuristisch. Ist näher an „Rape & Revenge“-Exploitationfilm und Männerfantasie, als es vorgibt. Zu dürftig ist die psychologische, ethische, juristische Substanz, um die Ausführlichkeit der Demütigungen zu rechtfertigen. Was aber heute noch durch alles Scheinheilige, Genre-, Klischeehafte, Konstruierte sticht: Farah Fawcetts Wahrhaftigkeit als Frau, die niemals mehr ausgeliefert sein will. wil