Wer den Namen Bruce Hornsby lediglich mit dem Nummer-eins-Hit „The Way it is“ von 1986 zusammenbringt, dürfte vom neuen Album des Sängers und Pianisten überrascht sein. Wenn man die Karriere des Musikers, der sich in den Neunzigern vom Mainstream abwandte, allerdings genauer kennt, klingt „Absolute Zero“ weniger ungewohnt. Klar, mit dem Klavier-Pop der Anfangszeit haben die neuen Lieder wie „Voyager One“ nur noch wenig zu tun. Hier finden Minimal Music und anspruchsvolle Grooves kongenial zusammen. Ebenfalls und fast zu sehr an Prince und dessen „When Doves cry“ erinnert das verspielte „Fractals“. So ist „Absolute Zero“ das ambitionierte Alterswerk eines mittlerweile an Jazz, Avantgarde und Filmsoundtracks geschulten Musikers, der heute weiter denn je davon entfernt ist, es sich mit Gefälligem bequem zu machen. cah