„Ehrt eure deutschen Meister“, so hieß es noch kurz zuvor in der diesjährigen Opernpremiere der Salzburger Osterfestspiele, in Wagners „Meistersingern“. Und zumindest in Teilen wirkte dieses Zitat auch noch in das zwei Tage später an gleicher Stelle zu hörende Konzert der Staatskapelle Dresden hinein.
Der Abend im Großen Festspielhaus begann schließlich mit Carl Maria von Webers „Jubel-Ouvertüre“, in welcher der Komponist ausgiebig das im Vereinigten Königreich zur Nationalhymne umfunktionierte „Heil dir im Siegerkranz“ zitiert. Wenn auch hier leicht verwaschen von den Blechbläsern, die sich dafür später bei Schuberts großer C-Dur-Sinfonie wieder in exzellenter Form zeigten. Ein weiteres Werk, das mit seinen Anklängen an Beethovens „Götterfunken“ einem Idol huldigt.
Christian Thielemann ließ sich jedoch glücklicherweise nicht dazu verleiten, Schubert seines individuellen Charakters zu berauben. Mit zügigen Tempi, die gerade im druckvoll angegangenen Scherzo einiges an Effekt machten, führte er das Orchester an kurzer Leine konsequent und zielstrebig dem donnernden Finale entgegen, das beinahe nahtlos in den euphorischen Jubel des Publikums mündete.
Unumstrittener Höhepunkt blieb dennoch der Auftritt von Frank Peter Zimmermann mit Mendelssohns Violinkonzert. Eine mustergültige, klug durchdachte Lesart, die zwar das virtuose Element großzügig bediente, gleichzeitig aber mit beiden Beinen fest auf dem Boden stand – technisch über jeden Zweifel erhaben, ausgewogen im Ton und mit unendlich vielen sehnsuchtsvollen Schattierungen. Wobei sich Zimmermann dieses Lob mit Thielemann teilen muss, der seinem Luxusklangkörper immer wieder traumhaft zarte Töne entlockte und ein kammermusikalisch anmutendes Klangbild pflegte.
Wiederholung
am 20. April,
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