Ekstatisch schön

von Redaktion

Anfangs hätte sie noch einer US-Hitparaden-Sendung im Schwarz-weiß-TV oder einer nicht mehr ganz mondänen Lounge der Fünfziger entsprungen sein können. Eine Dunkelheit, zwar nicht nur textlich ahnbar, aber noch in sauberes, hohes Vibrato gekleidet. Dann ging bei Nicole Atkins (Foto: Anna Webber) mit ihrer Vier-Mann-Band die Reise südwärts: Das Münchner Unter Deck war bald ein Roadhouse, ein Motown Studio, eine Baptisten Kirche. Die Stimme wurde offener, schwärzer – bis zum ekstatischen Finale. Dazwischen mal ein Bass, der in den New Yorker Straßen der ‘70er nicht fremd gewesen wäre, plötzlich eine Dosis Krautrock. Zusammengehalten wird alles von der zierlichen Person. Der Titelsong ihres Albums „Goodnight Rhonda Lee“ handelt von einer „sehr nervigen, sehr besoffenen Freundin“, sagt Atkins: von ihr selbst vor zwei Jahren. Wer immer sie damals war, heute ist sie großartig! THOMAS WILLMANN

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