So klingt Minga

von Redaktion

Spider Murphy Gang im Lustspielhaus

VON JÖRG HEINRICH

Die Rosi hat ein Telefon (mit fünfstelliger Nummer!) – und kein WhatsApp. Und die Madln heißen noch Veronika, Angelika und Erika. Wenn die Spider Murphy Gang von früher singt, dann wird aus früher die gute alte Zeit. Und die Münchner strömen in Massen zur bayerischsten aller bayerischen Bands. Drei ausverkaufte Abende lang, einschließlich heute, sorgen die Spiders gerade wieder für einen „Skandal im Lustspielhaus“ in Till Hofmanns Laden in der Münchner Occamstraße.

Schon die Premiere am Ostersonntag war ein Traum, bei dem Günther Sigl und seine Gang zeigten: So klingt Minga! Einerseits besteht ein Spiders-Konzert ja aus liebgewonnenen Ritualen. Der kleine große Sigl reißt die Augen weit auf, und staunt übers enthusiastische Publikum: „Ihr seid’s wuid!“ Dann erkundigt er sich: „Woit’s no mehr Rock ‘n’ Roll hören?“ Die Antwort „Jaaaaaaa!“ überrascht wenig. Und „Sommer in der Stadt“ wird gefeiert, als ob die „Schtones“ (O-Ton Sigl) „Satisfaction“ ankündigen. Andererseits verblüfft gerade bei einem solchen Akustik-Konzert immer wieder, wie sensationell dieses Rock’n’- Roll-Maschinchen schnurrt. Dank famoser Musiker wie Saxofonist Otto Staniloi, Keyboarder Ludwig Seuss und Schlagzeug-Küken Andreas Keller (gerade mal 52) klingt die Band heute um Klassen besser als zu größten Erfolgszeiten. Und wie Elvis’ „That’s all right“ nahtlos in die „Schickeria“ übergeht, und „Rock Around the Clock“ in den „Sperrbezirk“, ist ganz großes Kino. Bleibt zu hoffen, hu!, ha!, dass die Spiders ihre Rock’n’ Roll-Schuah noch lang nicht ausziehen.

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