Nur von wenigen Romanen lässt sich sagen, dass sie absolut zeitlos sind und in jeder Generation aufs Neue immense Wirkung entfalten können. „Wer die Nachtigall stört“, dieses großartige Buch gegen Rassismus, Vorurteile und Hass von Harper Lee, zählt auf alle Fälle dazu. Die Geschichte aus den US-Südstaaten der Dreißigerjahre, die mit Gregory Peck als Anwalt Atticus Finch auch für die Leinwand adaptiert wurde, hat jetzt eine Umsetzung als Graphic Novel erfahren. Das Ergebnis ist ein wunderbarer Bilderrausch voll kluger Beobachtungen, liebevoller Details und geschickter Spiele mit Schatten und Licht. Der Brite Fred Fordham, Jahrgang 1985, ist in erster Linie Porträt- und Wandmaler. Trotzdem hat er inzwischen einige Graphic Novels gezeichnet, etwa „Nightfall“ oder „Die Abenteuer von John Blake“. Auch hier sind die auf den ersten Blick eigenwillig anmutende Farbwahl und Strichführung seiner Illustrationen sehr besonders. Sie lassen die intensiven Stimmungswechsel schnell erkennen. ulf