Franzobels satirischer Krimi spielt in einem dystopisch gezeichneten Wien der nahen Zukunft. Die autoritäre Limes-Bewegung hat die Macht übernommen, hetzt gegen Fremde und unterdrückt die Bürger. Deshalb gerät Barbesitzer Malte Dinger, ein moderner Hiob, aufgrund einer Bagatelle in die Fänge der drakonischen Justiz: Er konnte bei einer Fahrscheinkontrolle seine Jahreskarte nicht vorweisen. Kommissar Falt Groschen ermittelt parallel dazu in einem grausamen Mordfall, bei dem ein Mensch von innen heraus gekocht wurde. Das liest sich teilweise flott, ist rechtschaffen in seiner Warnung vor der langsamen Durchdringung der Gesellschaft mit rechtem Gedankengut, bleibt jedoch viel zu grell, konstruiert und bemüht. Zumal die österreichische Politik mit Ibiza-Skandal und Koalitionsbruch wieder einmal bewiesen hat, wie virtuos sie jegliche Satire zu überholen vermag. mei