Bamberger Flitterwochen

von Redaktion

Hervorragend (((((

Von hinten aufgezäumt wird dieser Zyklus. Erst die Vierte von Brahms, gekoppelt mit der Neunten Dvořáks, nun die jeweils vorausgehenden Symphonien. Und wenn man Dvořáks Achte nach Genuss in die Box zurücksteckt, weiß man: So und nicht anders muss das klingen. Jakub Hruša, seit 2016 Chefdirigent, und die Bamberger Symphoniker musizieren noch immer in den Flitterwochen. Vor allem aber haben sie kein Interesse am Vorführen von Effekten, am wahnwitzigen Taumel, mit dem andere das Opus als Visitenkarte ihrer Virtuosität (und angeblicher slawischer Leidenschaft) missbrauchen. Alles ist in der Balance: die Tempi, die Freude an Dvořáks Ideen und das Bewusstsein für Makro-Entwicklungen, die farbsatte Substanz bei gleichzeitigem Slalomwedeln durch die Partitur. Hruša nimmt Dvořák ernst – und Brahms erst recht. Die Dritte wird zum großen, klug entfalteten Klangkino. Was für ein Hör-Erlebnis.  th

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