IN KÜRZE

Neuer Chef für Stasi-Gedenkstätte

von Redaktion

Krimiautor Andrea Camilleri ist Medienberichten zufolge gestern in einem lebensbedrohlichen Zustand ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der 93-jährige Sizilianer war am Morgen wegen Herz- und Atemproblemen in ein Krankenhaus in Rom gebracht worden. Dort habe der Autor wiederbelebt werden müssen. Mit seinen Kriminalromanen über Kommissar Salvo Montalbano, der in der fiktiven Kleinstadt Vigata ermittelt, hat Camilleri in Italien und international großen Erfolg. Seine Bücher wurden allein in Italien mehr als 20 Millionen Mal verkauft, außerdem in 30 Sprachen übersetzt. Seinen ersten Roman hatte Camilleri mit 57 Jahren veröffentlicht. Davor war er als Theater-, Rundfunk- und Fernsehregisseur erfolgreich. Wie sich der gesundheitliche Zustand des Bestsellerautors entwickelt hat, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Zum 125. Geburtstag Carl Orffs (1895-1982) im Jahr 2020 koordiniert das Orff-Zentrum München ein umfassendes Jubiläumsprogramm. Wer sich mit Konzerten, Musiktheater-Produktionen, Sonderausstellungen oder anderen Projekten der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche dafür engagieren möchte, kann mit finanzieller Unterstützung aus dem Kulturfonds Bayern rechnen. Kunstminister Bernd Sibler (CSU) ermunterte dazu, sich zu beteiligen. Orff sei einer „unserer großen bayerischen Komponisten und Musikpädagogen des 20. Jahrhunderts“. Über den Kulturfonds Bayern gebe es die einmalige Möglichkeit, Vereine und Kommunen bei ihren „kreativen und spannenden“ Projekten zu unterstützten, sagte der Minister. Der Künstler, der wegen seiner Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus nicht unumstritten ist, lebte ab 1955 in Dießen. Begraben ist er in der Andechser Klosterkirche.

Helge Heidemeyer wird neuer Direktor der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Er soll sein Amt im Herbst antreten und damit Interimsdirektor Jörg Arndt ablösen, wie die Berliner Senatsverwaltung für Kultur mitteilte. Heidemeyer ist seit 2008 Leiter der Abteilung Bildung und Forschung beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Der Kultursenator und Vorsitzende des Stiftungsrats, Klaus Lederer (Linke), erklärte, mit Heidemeyer gewinne die Stiftung „eine sowohl in der Gedenkstättenarbeit als auch in der wissenschaftlichen Aufarbeitung des SED-Regimes erfahrene Persönlichkeit“. Der frühere Direktor der Stasi-Gedenkstätte, Hubertus Knabe, war nach einer Affäre um sexuelle Belästigung entlassen worden. Dem Vizedirektor der Gedenkstätte, Helmuth Frauendorfer, wird  sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen vorgeworfen. Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ist einer der wichtigen Erinnerungsorte an die politische Verfolgung und  Inhaftierung von Oppositionellen in der ehemaligen DDR.

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