Nic Pizzolatto kapiert sein Glück nicht. Schon bei „True Detective“, Staffel 1, haderte der Autor mit der Eigenständigkeit von Regisseur Cary Fukunaga. Zur Verfilmung seines Romans „Galveston“ wählte er ein Drehbuch-Pseudonym, weil Mélanie Laurent nicht blind seiner Vision gehorchte. Dabei transzendiert die erste US-Regiearbeit der französischen Schauspielerin („Inglourious Basterds“) die Vorlage. Sie ist zwar weniger interessiert am konventionellen Thriller-Plot vom sterbenskranken Kleingangster, der nach einem missglückten Job eine junge Frau mit Kind in seiner Obhut findet. Doch Ben Foster und Elle Fanning geben den Klischeefiguren Nuancen und echten Schmerz. Laurents Texas Noir, voll großartiger Lichtstimmungen, unterminiert die selbstmitleidige Romantik vom harten, schweigsamen Mann, der glaubt, er habe nichts zu verlieren. Sie zeigt ihn als wahrhaft zerstörerisch für die Menschen in seinem Leben. wil