Anstiftung zur Liebe

von Redaktion

Lena Meyer-Landrut begeistert ihre jungen Fans in der Tonhalle

VON JÖRG HEINRICH

„All you need is Love“ – im Vergleich zu einem Konzert von Lena Meyer-Landrut wirkt der Beatles-Klassiker fast schon wie Anstiftung zur Gewalt. Denn nirgendwo ist mehr Liebe, als wenn Lena ihre Instagram-Schäfchen live besucht, so wie jetzt in der ausverkauften Münchner Tonhalle. Die ESC-Siegerin von 2010 kündigte vor der Show an, dass sich ihr „Herz weich und offen“ vor Vorfreude anfühlt. Und ihre meist jungen Fans dankten es ihr, indem sie ihre Hände unermüdlich zu Herzen formten und als Liebesbekundung hochhielten.

So viel Liebe in der Luft – das wirkte arg Saccharin-süß. Andererseits: Kann es genug Liebe geben in unserem Hass-Zeitalter? Neun Jahre, nachdem sich ganz Europa in „Lovely Lena“ verknallte, ist sie jedenfalls präsenter denn je. Allein das verdient schon Respekt. Als Influencerin und als Werbegesicht von H&M (das für seine Näherinnen nicht ganz so viel Liebe übrig hat), sorgt Lena mittlerweile aber für mehr Furore denn als Sängerin.

Warum das so ist, wurde auch in der Tonhalle klar. Zwölf der 19 Stücke stammten vom neuen Album „Only Love, L“. Und vor allem live klingen die R&B-Songs, die bis zu zehn Autoren am Reißbrett zusammengeschraubt haben, doch alle sehr ähnlich. Der Liebe zwischen Lena und ihren Fans tat das keinen Abbruch. Und die, die 2010 noch zu klein waren, haben den Text gepaukt und sangen bei der Zugabe „Satellite“ begeistert mit. Lena und ihr Oldie: Da war’s noch einmal fast so schön – und vor allem authentisch – wie damals in Oslo.

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