Irgendwann bekommt er Angst vor der eigenen Courage. Klar, klang es lustig, den dänischen Kulturaustausch mit Nordkorea zu arrangieren – und Pjöngjang ein anarchisches Komiker-Duo unterzujubeln. Aber im Land angekommen, wird Mads Brügger klar, dass sich das Regime nicht ganz so willig vorführen lässt, und er Verantwortung für die Menschen hat, die er in seine Aktion reinzieht. „Die rote Kapelle“ ist ein grandios grenzwertiger Film zwischen Doku, Satire und Intervention mit lebensbedrohlichem Einsatz. Als scheinbar zynische Provokation ist der Film einem Lars von Trier verwandter als Michael Moore oder Borat – und wirft letztlich einen menschlichen Blick hinter den Eisernen Vorhang. Das Münchner Filmfest zeigt bis Dienstag auch Brüggers andere Langfilme, meist in Anwesenheit des Regisseurs („Die rote Kapelle“, heute, 20 Uhr, Filmmuseum und So., 22 Uhr, Atelier 2). wil