STIMMEN ZUM TOD

Münchner Kollegen würdigen Mordillo

von Redaktion

Auch Kollegen aus München trauern um den Zeichner Guillermo Mordillo, der mit 86 Jahren gestorben ist. „Ich habe Mordillo geliebt“, sagt „tz“-Karikaturist Horst Haitzinger. „Mordillo hatte seinen ganz eigenen Witz und eine köstliche Mischung aus Cartoon und Bilderbuch.“ Besonders angetan ist der 80-Jährige von „Das Piratenschiff“: „Das Buch hat sich in unserer Familie über Generationen weitervererbt, das lieben alle“, sagt der Karikaturist und Maler. Obwohl der Argentinier künstlerisch andere Wege beschritt – Haitzinger schätzt eigene Haltungen. „Mordillo hat seinen Manierismus rigoros verfolgt und dazu eine sehr ausgefeilte, geschmackvolle, kultivierte Farbgebung entwickelt. Das ist in sich stimmig und konsequent.“ Und, ganz wichtig für Haitzinger: „Sein Witz war ausgesprochen liebenswert und gutmütig. Oft sind seine Figuren total ratlos – das ist zeitlos, und mit ihnen kann man sich gut identifizieren.“ Auch ein weiterer Künstler aus München hat mit Mordillo seine Erfahrungen: Jan Gulbransson, der legendäre Donald-Duck-Zeichner. „Ich habe Anfang der Siebziger in den TC-Studios, in denen ich angestellt war, den ersten Animations-Mordillofilm gemacht. Mir sind allerdings seine Figuren immer zu lang geraten. Mein Chef wies mich darauf hin und bemerkte: ,Man zeichnet sich immer selbst.‘ Damals war ich schlanker als heute“, lacht Gulbransson. MATTHIAS BIEBER

Artikel 3 von 6