IN KÜRZE

ZZ Top: Die Coolness der Gandalf-Bärte

von Redaktion

Einen unschlagbaren Vorteil haben die drei Herren, die da lässig auf die Bühne der ganz manierlich gefüllten Olympiahalle schlurfen: Ja, sie sind in die Jahre gekommen, und sie sehen auch so aus. Aber sie sind ZZ Top. Alt aussehen ist gewissermaßen das Markenzeichen der „little old band from Texas“. Sie wurde erst im MTV-Zeitalter richtig groß, und das lag sicher nicht nur an den Synthesizern, mit denen sie ihren Bluesrock jetzt aufgepumpt hatte: In den Videos erst bemerkte man die unfassbare Coolness von Gandalfbärten, die synchron zum stoischen Gitarrenboogie schwingen. Dazu Sonnenbrillen, schöne Autos, schnelle Frauen. Und Billy Gibbons knurrte den Blues und knetete die Saiten.

50 Jahre haben sie auf dem Buckel, sind auf Jubiläumstour. Und es hat sich nichts geändert. Das Trio entert die Halle zu „Got me under pressure“: Gibbons und Bassist Dusty Hill mit nikotinweißer Gesichtsbehaarung, Drummer Frank Beard ist entgegen seinem Namen rasiert. Die Musik ist simpel und im Grunde sehr alt, lässt sich mühelos zurückführen zu Bluesern wie Hohn Lee Hooker und Lightnin’ Hopkins. Es braucht auch nicht viel, um sie in Szene zu setzen: Zwei Boxentürme rechts und links, sonst nichts. Es braucht allerdings schon Können und Showtalent, um damit ein Riesenpublkum zu begeistern. Aber Gibbons und Hill könnten diese Menge wohl um den Finger wickeln, selbst wenn sie nur ein paar Maultrommeln hätten. J. LÖHR

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