Hommage an Enno Patalas

von Redaktion

Werner Herzog besetzte ihn einmal in einer Nebenrolle als Pfarrer. Das passte nicht nur wegen der wie aus der Zeit gefallenen, backenbärtigen Erscheinung: Für Enno Patalas (1929-2018) war Kino heiliger Glaube. Mitunter mit einem Hang ins Dogmatische – etwa wenn er Stummfilme ohne jede Musik zeigte. Aber als eifriger Streiter für die wahre Lehre des Films war er auch stets offen für Revision des Urteils und Neuentdeckungen. Als Leiter von 1973 bis 1994 baute er das Filmmuseum München zur Kinemathek von Weltgeltung auf, sammelte (vor allem Neuen Deutschen Film), restaurierte („Metropolis“) und errichtete einen Kinosaal-Tempel. Mit Kenntnis, Leidenschaft, Handschrift. Das Filmmuseum – an dem er heute wohl manches entweiht fände – zeigt bis Ende Juli eine Reihe mit Patalas’ eigenen Fernseh-Essays zum Film, Restaurationen, Sammlungs-Ecksteinen, Lieblingsfilmen. Eine schöne Hommage. Aber auch einfach sehr viel tolles Kino! Weitere Informationen unter www.muenchner-stadtmuseum.de. wil

Artikel 7 von 7