Keine Politik, kaum Religion – nur Liebe, Sehnsucht, Pathos und ein wenig Pose. Xavier Naidoos neue Soloplatte „Hin und weg“ kommt als Soundtrack für Verliebte und ein wenig Verlorene daher – das dürfte vor allem im Mannheimer Rathaus erleichtert aufgenommen worden sein. Denn in der Heimatstadt des Sängers herrschte Krisenstimmung, nachdem Naidoo vor zwei Jahren vorgeworfen worden war, mit einem Song rechtsextremes und verschwörungstheoretisches Gedankengut zu bedienen. Sein achtes Studioalbum klingt nun deutlich entschärft. Nur zwischen den Zeilen lässt sich der eine oder andere Verweis auf vergangene Debatten heraushören. „Ich danke allen Menschen“, singt Naidoo zum Beispiel, „die mich zu dem machten, der ich bin, den guten wie den schlechten.“ Das Album ist zwar eingängig und fehlerfrei produziert – ein echter Hit, der die Menschen mitnimmt, ist aber nicht dabei. mov