Sie träumen von einem besseren Leben, von Geld und von Liebe. Was sie jedoch erleben, ist Frust, Gewalt, Sex und Alkoholrausch. Nicolas Mathieu beschönigt nichts in seinem Roman über Jugendliche in einer bedeutungslosen französischen Kleinstadt irgendwo zwischen Reihenhaussiedlung und Banlieue. Er begleitet Anthony, Hacine und ihre Freunde in den Neunzigerjahren vier Sommer lang beim Erwachsenwerden, lässt sie träumen, begehren, kämpfen, scheitern, hoffen und verzweifeln. Wirklich vorwärts kommt dabei keiner von ihnen, da sie feststecken im Sumpf ihres Alltags. Mathieus Blick für Details beeindruckt und befremdet zugleich: Gerade, weil er das Milieu so genau seziert, läuft sein Roman ab und an Gefahr, selbst stecken zu bleiben in der Perspektivlosigkeit. mbl