Seine Band Radiohead ist seit drei Jahren verstummt, doch Sänger Thom Yorke ruht sich nicht aus. Mit Produzent Nigel Godrich und Computerkünstler Tarik Barri zieht der 50-Jährige durch die Welt, um seine Solowerke aufzuführen. Die unterscheiden sich vom Radiohead-Klang – auch „Anima“, das jetzt erschienene dritte Studioalbum, eine betörende, manchmal anstrengende Elektropop-Mixtur. Zwar war das Gitarrenrock-Quintett nach einem der atemberaubendsten Stil-Schwenks der Pophistorie selbst zur elektronischen Musik konvertiert. Doch so konsequent wie Yorke solo waren Radiohead nie. Bis auf einige Schlagzeugpassagen wird hier alles mit Elektronik erzeugt. Über Geknister und Gedröhne, Stolper-Beats, Loops und Soundeffekten liegt der hohe, klagende Gesang Yorkes. Gleichwohl sind diese Lieder – ungeachtet ihrer komplizierten Struktur – einnehmender als auf seinen beiden ersten Soloalben. ll