Anna Enquists Roman beginnt dort, wo der vorherige geendet hat: Die vier Musiker eines Streichquartetts, die Opfer einer Geiselnahme geworden waren, müssen mit ihrem Schicksal klarkommen. Das macht jeder auf seine Weise: Jochem verschanzt sich in seiner Instrumentenwerkstatt, Heleen bricht den Kontakt zu allen ab, Hugo geht als Konzertmanager nach Shanghai. Und Carolien, eindeutig im Zentrum des Romans, verliert jeden Halt: Ihre Ehe mit Jochem scheint beendet, sie ist weder als Medizinerin noch als Musikerin aktiv. Erst als sie zu Hugo nach China reist, beginnt sie zögerlich, wieder Leben in sich zu spüren. Anna Enquist, selbst Psychoanalytikerin, schildert überzeugend, wenn auch manchmal zu stark auf Carolien fixiert, was Traumata in Menschen anrichten können. Und wie man zumindest die Chance hat, trotzdem weiterzuleben. mbl