Die Übersetzerin und Autorin Sofia Blind und der Illustrator Nikolaus Heidelbach haben da einen ganz allerliebsten Buch-Zwitter geschaffen: Um das Dialektologische, Volkskundliche, Lexikalische rankt sich in Text und Bild fein komponierter skurriler Humor – schließlich sind die aufgeführten Wörter exakt dadurch geprägt. Den „Adabei“ kennen wir Bayern und die nachbarlichen Österreicher natürlich gut, was uns der Westfale aber mit „drömeln“, der Schwabe mit „herumbubeln“ oder gar der Ostfriese mit „ofsupseln“ sagen will, können wir, wenn überhaupt, nur ahnen. Auch das ostpreußische „Zurückdummen“ lehrt uns, dass Dialekte und Jargons eine fantastische Bildkraft haben, weise Welterkenntnis, öfters erstaunliche philosophische Tiefe und satte Sinnlichkeit. Deswegen würde man zum Beispiel gern das sächsische „Boofen“ in den eigenen Wortschatz aufnehmen, so gut fühlt es sich im Mund an. sida