Ganz hinten, ganz unten auf dem Cover steht: „This is an album. Play as a unit. Play loud!“ Die Gebrauchsanweisung des Hamburger Komponisten, Musikers, Lebenskünstlers, Reeperbahn-Festival-Machers und Hasenschaukel-Mitbetreibers Tanju Boerue in der Fußnote darf man ruhig ernst nehmen. Wichtiger noch: Sie lässt vermuten, dass sich in ihr auch Unmut auf die streamingdienstverursachte Fastfood-Track-Kultur versteckt. Korrekt: Das komplette Album darf als Statement gegen eine durch den digitalen Überfluss bedingte Kultur des Abstumpfens verstanden werden. Es ist getragen von einem analogen, an die Neunziger erinnernden Indie-Lo-Fi-Folk-Pop-Punk-Soul-Sound, dem man wohl bewusst seine Zwischentöne gelassen hat. An diesem Album ist nichts poliert, dafür kommt es atmosphärisch daher und dürfte nicht nur Freunden von Malakoff Kowalskis Mini-Soundtracks hervorragend gefallen. cu