Raffinierte Unwucht

von Redaktion

Hörenswert ((((;

Vom bloßen Nebenbeihören käme man nicht darauf, dass es sich bei dieser Sammlung süffiger Mitpfeif-Melodien um ein Konzeptalbum über psychische Krankheiten handelt. Schon der Opener „Anthem for the Weak“, der sich mit der Angststörung von Sängerin und Gitarristin Haley Grant auseinandersetzt, bleibt so angenehm im Ohr kleben, dass man ihn mitpfeift, noch mal anhört und schließlich ein paar Fetzen mitsingen will – sich aber unweigerlich am Text verhakelt. Dieser Effekt wiederholt sich einige Male, zum Beispiel, wenn Grant „When I wake I start to cry“ trällert, während im Hintergrund ein Keyboard gluckst und das Schlagzeug fröhlich voranholpert. Diese konsequente Unwucht zwischen Inhalt und musikalischer Umsetzung macht dieses angenehm zu hörende, gut gemachte und modern produzierte Indie-Pop-Album mit Wurzeln im Seventies-Canyon-Folk à la The Mamas & The Papas oder The Byrds zu einer großartigen Geschichte.  cu

Artikel 2 von 8