Wenige, aber starke Frauen

von Redaktion

Auftakt des Filmfests Venedig mit Catherine Deneuve in „The Truth“

Der Frauenanteil ist beim diesjährigen Filmfestival Venedig mit nur zwei Regisseurinnen im Wettbewerb zwar gering – doch schon gestern, am ersten Tag, zeigten Frauen bemerkenswerte Präsenz. Das lag unter anderem am Eröffnungsfilm „The Truth“, in dem Catherine Deneuve und Juliette Binoche in einer komplizierten Mutter-Tochter-Beziehung aufeinandertreffen. Kore-eda Hirokazu legte damit im Wettbewerb ein stilles Drama über Familiengeheimnisse, Lügen und verletzte Gefühle vor. „In dieser Rolle steckt viel von mir“, sagte Deneuve vor der Premiere am Abend. Dennoch habe sie einen Charakter geschaffen: „Das bin nicht ich.“

Auch die deutsche Regisseurin Katrin Gebbe konzentrierte sich in „Pelikanblut“ auf Frauen: Wiebke (Nina Hoss) ist Pferdetrainerin und arbeitet auf ihrem Hof mit der Pferdestaffel der Polizei zusammen. Die Frau hat ein Mädchen aus Bulgarien adoptiert, nun möchte sie ein zweites zu sich holen.

Der Festivalleiter Alberto Barbera musste sich bei der Eröffnungspressekonferenz dennoch vielen kritischen Fragen stellen. Ob es wirklich so  schlimm  wäre, zumindest für ein paar Jahre eine Frauenquote einzuführen, fragte ihn die argentinische Jury-Präsidentin Lucrecia Martel. Er halte nichts davon, so Barbera. Wichtiger sei es, den Wandel in der Filmindustrie  voranzutreiben, etwa mit Quoten an Filmhochschulen. ALIKI NASSOUFIS

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