Es dauert verdammt lang, bis man mit ihm warm wird. Herbert, genannt Hawk, ist ein rauer, brutaler Typ mit düsterer Vergangenheit, die er nach seinem Gefängnisaufenthalt endlich hinter sich lassen will. Doch als sein geliebtes Auto in Flammen aufgeht, holt sie ihn sofort wieder ein. Sonja M. Schultz setzt den Hamburger Kiez ohne jeden Schnörkel in Szene: Hier wird gekifft, gesoffen, gehurt. Hawk, schon als Kind vor dem eigenen Vater geflohen, kämpfte sich in den Sechzigerjahren verbissen durch diese Welt, in der nur der Stärkere überlebt. Zwanzig Jahre später hat sich daran nichts geändert. Nur die Wut, die sich angestaut hat, ist gewachsen. Und hat sich an die nächste Generation weiter vererbt. Schön ist dieser Erstlingsroman nicht. Aber er berührt am Ende doch – gerade weil er so gnadenlos ist. mbl