Die Netflix-Serie „Stranger Things“ lebt von der charmant rekonstruierten Ästhetik der Achtzigerjahre. Eine Horrorgeschichte erzählt sie nur in zweiter Linie, zunächst mal geht’s hier ums Erwachsenwerden im ländlichen Amerika der Reagan-Ära. Jedes Monster aus der dunklen Parallelwelt symbolisiert Pubertät und erwachende Sexualität. Und der Soundtrack passt da wie das Make-up auf den Pickel. Man hört „Cold as Ice“ von Foreigner, „Never surrender“ von Corey Heart oder „Can´t fight this feeling“ von REO Speedwagon, und tatsächlich funktionieren die Hits nicht nur als „Aha – das kenn’ ich“-Moment, sondern stehen im Dienst der Handlung. Im Fall der Ballade „Never ending Story“ von Gaten Matarazzo und Gabriella Pizzolo wird man das Lied sogar nie wieder hören können, ohne an das charmante Duett zweier halbwüchsiger Filmfiguren zu denken. Der Soundtrack der dritten Staffel ist (wie der von der ersten und zweiten) auf CD und Doppel-LP erschienen. lö