Eigentlich habe sie kein übermäßig großes Interesse, sich als Rocksängerin in anderen Musikgenres zu tummeln, schreibt Chrissie Hynde auf der Rückseite ihres neuen Albums. Doch habe sie, dank ihres Saxofon spielenden Bruders, schon immer eine Schwäche für Jazz gehabt, erklärt die ehemalige Frontfrau der Pretenders. Der Bruder sei auch für den nicht näher erläuterten Titel der LP verantwortlich: „Valve Bone Woe“. Viel Rechtfertigung für ein Album mit Coversongs, das eigentlich weniger Jazz ist als Pop – wenn auch Pop aus 80 Jahren Musikgeschichte. Mit einem Schwerpunkt auf der nachtschattigen, melancholischen Variante. So findet sich hier „I get along without you very well“ von Hoagy Carmichael neben „Caroline no“ von Brian Wilson, „I’m a Fool to want you“ von Frank Sinatra neben „River Man“ von Nick Drake. Sehr geschmackvoll arrangiert. Hynde singt feinfühlig – und braucht sich vor historischen Vorbildern wie June Christy oder Chris Connor nicht zu verstecken. lö