IN KÜRZE

Das BE hat seine neue Bühne eröffnet

von Redaktion

Den Kaiserring der Stadt Goslar hat die US-amerikanische Künstlerin Barbara Kruger erhalten. Die 74-Jährige nahm die Auszeichnung am Samstag in der historischen Goslarer Kaiserpfalz entgegen. Der Kaiserring gilt als einer der weltweit wichtigsten Preise für Kunst. Kruger untersuche seit mehr als 40 Jahren in Bildern, Installationen, Videos und im öffentlichen Raum die komplexen Zusammenhänge zwischen Macht und Gesellschaft, heißt es in der Begründung der Jury. Ihre Arbeiten seien kritische Interventionen, mit denen sie die Abgründe des kapitalistischen Systems und die trügerischen Verlockungen des Konsums aufdecke. „Knappheit, Präzision, Schlagkraft von zwei bis drei Worten, die erhellend, die tödlich sein können, zeichnen Krugers Werke aus“, sagte der Jury-Vorsitzende Wulf Herzogenrath. Der undotierte Kaiserring, der an den im Jahr 1050 in Goslar geborenen Kaiser Heinrich IV. erinnert, wird seit 1975 vergeben.

Matthias Lilienthal, Intendant der Münchner Kammerspiele, findet Dilettantismus super. „Mich interessieren unfertige Formen“, sagte der 59-Jährige der „Augsburger Allgemeinen“. Martin Kušej, Ex-Intendant des Residenztheaters und neuer Leiter des Wiener Burgtheaters, hatte Lilienthal Dilettantismus bei der Führung der Kammerspiele vorgeworfen. „Das fasse ich als Kompliment auf“, betonte Lilienthal. „Mit routiniertem Professionalismus kann man mich jagen.“ Wie berichtet, verlässt Lilienthal die Kammerspiele zum Ende der Saison. Während seiner Intendanz hatte er etwa zur Teilnahme an der „Ausgehetzt“-Demonstration gegen die Flüchtlingspolitik der CSU aufgerufen. „Dass wir das Intendanzbüro zu einem Organisationsbüro für politischen Protest umfunktioniert haben, war für München neu.“

Mit der Uraufführung von „Mütter und Söhne“ hat das Berliner Ensemble seine neue Spielstätte eröffnet. Nach mehr als einem Jahrhundert bekommt das Theater am Schiffbauerdamm damit eine Zweitbühne. Regisseurin Karen Breece setzt sich in ihrem neuen Stück mit rechter Radikalisierung auseinander. Sie sprach vorab mit Müttern von Rechtsextremen, mit Aussteigern, Hilfsorganisationen und Polizisten. Daraus setzt sie einen zweistündigen Theaterabend zusammen. Sie stellt die Frage, wie man sich verhalten soll, wenn Söhne rechtsextrem werden. Wenn in betroffenen Familien Hilfe von außen geholt werde, seien es meist die Mütter, sagte Breece. Sie wolle das Thema Radikalisierung durch „dieses kleine persönliche Fenster“ betrachten.

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