Das Elsass hatte im 20. Jahrhundert eine besonders wechselvolle Geschichte. Das Gebiet war Streitobjekt zwischen Frankreich und Deutschland; wer dort zwischen 1870 und 1918 geboren wurde, war Deutscher. Wer davor oder danach (bis 1942) zur Welt kam, hatte einen französischen Pass. Was das für die Menschen und ihre Beziehungen bedeutete, erzählt Philippe Collin in seinem Comic-Roman „Die Reise des Marcel Grob“. Die Titelfigur muss sich im hohen Alter dafür rechtfertigen, (Zwangs-)Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein. Leider gerät Collin und seinem Zeichner Sébastien Goethals diese Rahmenhandlung sehr schematisch. Der Blick zurück in Grobs Geschichte, die beispielhaft für andere steht, ist jedoch spannend und empathisch erzählt – sie wird ergänzt durch ein umfangreiches historisches Dossier. leic