Sperrig und nicht einfach zugänglich ist dieser Film. Das zeigt sich schon in den ersten Szenen. Regisseur Felix Hassenfratz erzählt eindringlich und in markanten Einstellungen eine Familiengeschichte aus dem Schwäbischen. Etwas diffus Düsteres umgibt den Vater und die zwei Töchter seit dem Tod der Mutter. Erst zur Hälfte dieses bemerkenswerten Debüts lüftet Hassenfratz das Geheimnis des Trios: Durch Valentin, einen Zimmermann auf der Walz, gerät die fragile Schicksalsgemeinschaft ins Wanken. Die stille 18-jährige Maria (Maria Dragus) verliebt sich heftig, und der kaum ältere Mann wird zur Projektionsfläche für alle Sehnsüchte. Die wortkarg inszenierte Geschichte einer Rebellion spielt zwar auf dem Land, und die Darsteller sprechen durchgehend Dialekt. Trotzdem haftet diesem beklemmenden Drama nichts Provinzielles an. Vielmehr ist „Verlorene“ ein differenziertes, feinfühlig austariertes Kammerspiel, das zu Recht diverse Preise abräumte. ulf