Einen langen Weg ist Robbie Robertson gegangen, seit er ab 1966 mit The Band einen immensen Beitrag zur Rockmusik leistete. Parallel zu seinem neuen Album „Sinematic“ ist denn auch der Dokumentarfilm „Once we were Brothers“ von Martin Scorsese über die tragische Geschichte von The Band erschienen. „Sinematic“ ist dagegen wenig sentimental – sieht man vom Titelsong des Films ab, der hier auch vertreten ist. Vielmehr widmet sich Robertson menschlichen Abgründen. „I hear you paint Houses“ mit Gast Van Morrison etwa handelt von einem Mafia-Killer. Nicht nur da hört man den Scorsese-Einfluss. Alle Songs sind breitwandig inszeniert, Bluesrock in Moll, mit viel Keyboardflächen. Vieles trottet im mittleren Tempo dahin, Robertson raunt mehr, als dass er singt. Und auch wenn Weniges negativ auffällt (nur die von Gastsängerin Laura Satterfield aufdringlich gemaunzte Beischlaf-Ode „Walk in Beauty Way“) – ein bisserl mehr Abwechslung hätte es schon sein dürfen. lö