Miss Jane Marple, zweifellos bis heute die bekannteste Hobby- Detektivin der Welt, durfte mehr als 15 Fälle lösen. Verfilmt wurden die populären Kriminalgeschichten rund um die clevere alte Dame aus dem beschaulichen St. Mary Mead bereits sehr häufig – obwohl Agatha Christie (1890-1976), die Schöpferin der Figur, mit den Produktionen sehr unglücklich war. Besonders die längst legendäre Margaret Rutherford (1892-1972) als stämmige Schnüfflerin war ihr nicht recht. Christie sah Miss Marple als zerbrechliche, kultivierte Alte mit viel Fingerspitzengefühl, nicht als komödiantisch angelegten Haudegen. Mit den jüngsten Adaptionen ihrer Marple-Romane, soeben endlich in deutscher Fassung erschienen, könnte die Autorin daher sehr zufrieden sein. Geraldine McEwan verleiht Jane Marple ein neues Gesicht, das aber auch alle treuen Fans nicht verstören dürfte. Die Inszenierungen halten sich eng an die Buchvorlagen. Und der Rest ist in einer launigen Mischung aus „Downton Abbey“ und „Inspektor Barnaby“ bis zu den Spitzendeckchen auf den Beistelltischchen hübsch zusammengestellt. ulf