Am Ende erklärt Nils Frahm launig sein neues Auftrittskonzept: Er spare sich ab sofort das etwas alberne Ritual, nach der letzten Nummer hinter der Bühne herumzulungern, um dann doch noch eine Zugabe zu spielen. „Da geht nur sinnlos Zeit verloren.“ Das Publikum in der sehr gut gefüllten Münchner Philharmonie ist hörbar einverstanden und rastet dann bei den ersten Takten von „Hammers“ aus. Eine ganz einfache Sache an sich, hatte Frahm zuvor erläutert: drei Töne, die sich in Schleife wiederholen. Er sei schon dabei, es noch besser zu machen, aber es sei schwierig, etwas Einfaches zu erschaffen.
Was Frahm da so beiläufig fallen lässt, ist natürlich das Geheimnis seines Erfolgs – er reduziert und kondensiert Tonsequenzen und elektronische Effekte zu einem immens dichten Konzentrat purer Musik. Das klingt simpel, ist es aber nicht, weil Frahm immer daran denkt, dass die Stille zwischen den Tönen ebenso zum Eindruck gehört wie die gespielten Töne. Ungewohnte, faszinierende Klänge irgendwo zwischen Kraftwerk und Philip Glass erfüllen den Saal, ohne jedoch irgendetwas zu imitieren. Frei schwebende Anarchie, in jeder Sekunde kontrolliert, könnte man sagen.
Aber es bringt selbstredend nicht viel, in Worte fassen zu wollen, was der große Schrauber Frahm da aus seinen Apparaturen heraus wringt. Dass der 37-Jährige zudem ein exzellenter Pianist ist, der am Flügel ebenso brilliert wie an seinen Synthesizern, macht diesen Abend zu einem Ereignis. Keine Ahnung, was genau der Bursche da treibt, aber es ist großartig. Standing Ovations zum Abschluss, sehr verdient.