Spiegel des Weltgeschehens

von Redaktion

Das Spielart-Theaterfestival hat sein Programm vorgestellt

VON MALVE GRADINGER

Vor dem Start von Münchens Spielart-Theaterfestival am 25. Oktober konnte man im heuer erstmals kooperierenden Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst schon einen ersten (eintrittsfreien) Blick auf die Installation des Schweizer Künstlers Mats Staub werfen. Er fragte über Jahre hinweg Menschen verschiedenen Alters aus Europa und Afrika: „Was haben Sie im Alter von 21 Jahren gemacht ?“ Mit ihren eingesprochenen Erinnerungen – auf bewusst Spiegel-großen Videos – konfrontiert, erfährt der Besucher erstaunlich viel über das vergangene und gegenwärtige Jahrhundert und über die Wehen des eigenen Erwachsenwerdens.

So etwas wie ein Spiegel des aktuellen beunruhigenden Weltgeschehens scheint sich auch zu ergeben mit den Produktionen aus Südafrika, Mosambik, Nigeria, Namibia, Kenia, der Demokratischen Republik Kongo und Kamerun sowie dem Nahen Osten, die bis 9. November beim Spielart-Festival zu sehen sind. Die Künstler und Künstlerinnen erzählen von Krieg, Flucht und Migration, von Gewalt im Alltag, vom Kampf der Frauen gegen Unterdrückung. Auch hier sind oft persönliche Erfahrungen wie Krankheit oder der Tod eines nahen Angehörigen Ausgangspunkt für eine politische Reflexion. Aber, so Festivalleiterin Sophie Becker, man kehre auch nostalgisch zurück zu Schatten- und Puppenspiel, zum Geschichtenerzählen.

Eine begleitende Gesprächsreihe bietet heuer die Möglichkeit zur Vertiefung der in den Produktionen angesprochenen Themen. Dazu kommen erstmalig auch ein Schulprogramm und von Studenten moderierte Publikumsgespräche. An den letzten beiden Spielart-Tagen stellen sich unter dem Titel „New Frequencies“ jüngere KünstlerInnen vor mit Performances, Choreografien, Videoarbeiten und Konzerten.

Noch stärker als bisher geht das Festival in die Stadt hinein, hat neue Partner und Spielstätten gewonnen. Party, ganz klar, ist zwischendurch Entspannungs-Pflicht. Kurz: Ganz München spielartet – nicht zuletzt dank unterstützendem Verein Spielmotor – und verabschiedet so sicher gebührend den Spielart-Leiter und -Gründer Tilmann Broszat „nach unglaublichen 25 Jahren“.

Spielart

läuft von 25. Oktober bis 9. November, das vollständige Programm gibt es unter www.spielart.org; Karten: 089/54 81 81 81;

(ermäßigte) Festivalabos sind an den bekannten Vorverkaufsstellen und im Festivalbüro, Lothstraße 19, erhältlich.

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