Hupen! Jürgen von der Lippe hat „Hupen“ gesagt! Und er meint damit keinen akustischen Warnhinweis zwischen Kraftfahrern, sondern oft verführerische Erhebungen am weiblichen Körper. Und er freut sich diebisch, dass er die unschickliche Vokabel aus den Siebzigern im Circus Krone noch einmal anbringen darf. Und die Fans freuen sich mit ihm. So ist das mit der rheinischen TV-Legende: Hupen, Hämorrhoiden, Hawaiihemd – je schlichter, desto lustiger. Dafür schenken ihm die Münchner zwei ausverkaufte Abende lang ihr Geld und ihre Liebe.
Natürlich ist Jürgen von der Lippe eine Rampensau, aber mehr noch ein Rampenferkel. Er suhlt sich lustvoll in allem, was vorne reinkommt – und am Ende hinten wieder rauskommt. „Alkohol trinke ich nur an Tagen, die auf g enden. Und mittwochs“, versichert er treuherzig. Und schwärmt von Frauenpupsen, von diesen „dezenten Wölkchen, die trotzdem brandgefährlich sein können“. Zwischendurch zeigt der 71-Jährige auf der Videowand gut abgehangene Youtube-Videos „mit Tieren und Kindern, gern auch gleichzeitig“.
Im „Rudelsingen“ mit dem Publikum gibt er Freddy Quinns „Heimweh“ zum Besten und verkündet Liebeserklärungen: „Du bist die Muse, ich bin die Pampel.“ Einem jungen Comedian, der sich mit dieser Mischung auf die Bühne traut, würde man einen Berufswechsel ans Herz legen. Aber Onkel Jürgen, der Pennälerwitze-Papst, der darf das. Nach Herzenslust schweinigeln, die politische Korrektheit für einen Abend weghupen – ein großer Spaß. Alte Schule eben.